Kleinmachnowerin starb in den Flammen
Technischer Defekt verursachte verheerenden Hausbrand
Für eine 54-jährige Frau kam bei einem Hausbrand in den Kleinmachnower Wendemarken am 30. Januar jede Hilfe zu spät. Die Ehefrau und Mutter konnte in den Abendstunden nur noch tot geborgen werden. „Um 11.43 Uhr erreichte uns der Notruf“, berichtet Einsatzleiter Alexander Scholz von der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow. Die 16 Kleinmachnower Feuerwehrleute trafen als erste am Brandort in der kleinen Anliegerstraße ein. Zu diesem Zeitpunkt kündete schon eine hohe Rauchsäule über dem Gebäude von dem Feuer im Obergeschoss des Einfamilienhauses.
Dramatische Szenen müssen sich kurz vorher abgespielt haben. Den 60-jährigen Ehemann und die 23-jährige Tochter habe die Feuerwehr draußen auf der Straße angetroffen. Sie waren zuvor vom Einkaufen zurückgekehrt, als der Dachstuhl bereits in Flammen stand. Weil sie noch die Frau und Mutter im brennenden Haus vermuteten, versuchten sie daraufhin auf eigene Faust, sie zu retten –
vergebens. Vater und Tochter wurden zunächst mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Dort hätten sie auch die erste Nacht nach dem schrecklichen Unglück verbracht, wie Martina Bellack, Pressesprecherin der Gemeinde Kleinmachnows mitteilt. „Selbstverständlich haben wir sogleich Hilfe angeboten, vorsorglich Hotelzimmer reservieren lassen und eine Wohnung der Gewog freigehalten“, so Bellack weiter. Die Familie nimmt die Hilfsangebote der Gemeinde in Anspruch und wird eine der angebotenen Wohnungen vorerst beziehen, informiert Martina Bellack. Bis auf Weiteres ist das Haus unbewohnbar.
Insgesamt waren etwa zwölf Löschfahrzeuge der Feuerwehren Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf, Güterfelde und Saarmund vor Ort. Darüber hinaus eilten weitere Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Notarzt, Polizei und Kriminalpolizei zu Hilfe. „Natürlich war es unser Ziel, die vermisste Person schnell zu finden, was aber schwierig war, weil die Intensität des Brandes bereits sehr fortgeschritten war, als wir eintrafen“, erzählt Alexander Scholz von der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow. Mit zwei Drehleitern von außen wie auch von innen hätten die Kameraden ihr Bestmögliches gegeben. Bis 14.30 Uhr dauerten die Löscharbeiten an.
Nach der Untersuchung durch das Landeskriminalamt konnte als Unglücksursache eine vorsätzliche Brandlegung ausgeschlossen werden, teilte zwei Tage nach dem Brand Ingrid Schwarz, Pressesprecherin der zuständigen Polizeidienststelle, mit. Ein technischer Defekt, genauer gesagt eine elektrotechnische Fehlerleistung im Obergeschoss hätte den Brand ausgelöst, ergaben die polizeilichen Ermittlungen. Auch soll das Feuer dort ausgebrochen sein, wo die Frauenleiche von der Feuerwehr gefunden wurde. Weil die tote Frau bereits bis zur Unkenntlichkeit verbrannt war, muss eine Obduktion deren vermutete Identität bestätigen. Die Polizei geht davon aus, dass das im Dachstuhl verbaute Dämmmaterial während des Brandes giftige Dämpfe verströmt hat, die maßgeblich zum Tod der 54-Jährigen geführt haben.
Dieser Brand eines Einfamilienhauses ist der zweite Unglücksvorfall in Kleinmachnow in kurzer Folge. Am 22. Dezember war bereits ein Einfamilienhaus im Driftkamp komplett ausgebrannt. Dort hatten sich alle Hausbewohner glücklicherweise rechtzeitig selbst retten können.
Text: Jana Wierik
Foto: Feuerwehr Kleinmachnow

