Zeitlose Lovestory
Theatergruppe Schattenlichter führen „Stolz und Vorurteil“ nach dem Roman von Jane Austen auf
England, Ende des 18. Jahrhunderts: Mr. Darcy ist arrogant, selbstverliebt und sehr gut aussehend – eine gefährliche Mischung, der die junge Elisabeth Bennet kaum widerstehen kann. Und doch wehrt sie sich gegen diese aufkeimende Liebe; aus „Stolz und Vorurteil“. Die Zehlendorfer Laiendarstellergruppe „Schattenlichter“ hat den berühmten Roman von Jane Austen in ein Theaterstück umgeschrieben. Am Donnerstag, 23. Februar, ist um 20 Uhr die Premiere im Gemeindehaus der Evangelischen Paulus-Kirchengemeinde Zehlendorf.
Ein Jahr haben sich die Schattenlichter auf ihr neues Stück vorbereitet. Die letzten Tage und Wochen waren für sie jedoch wie immer die spannendsten. Fast täglich wurde geprobt, die letzten Handgriffe am Bühnenbild gemacht, das Licht gesetzt, die Musik und die Kostüme ausgewählt und gehofft, dass kein Darsteller krank wird.
Die Schattenlichter gibt es nunmehr seit 27 Jahren. „Stolz und Vorurteil“ ist ihr 30. Theaterstück, das sie aufführen. Zum ersten Mal jedoch haben sie das Skript selbst geschrieben. Elke Brumm und Jörg Klein adaptierten den über 400 Seiten langen Roman in ein Bühnenstück. „Wir fühlen uns ein bisschen wie die Eltern des Stückes“, beschreibt Klein. Deshalb seien sie in diesem Jahr auch besonders nervös, wie die Aufführungen letztlich beim Publikum ankommen. Regie führte im Übrigen traditionell das ganze Team. Jeder konnte seine Ideen einbringen. Das gehört zur Grundphilosophie der Theatergruppe.
Und schon in den Proben entwickelte sich immer ein ganz besonderer Zauber auf der Bühne, wenn Mr. Darcy leise „Ich liebe Sie!“ zu Elisabeth Bennet sagte. Es folgte eine schier unendlich erscheinende Pause, in der sich niemand traute zu atmen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden Hauptdarstellern war regelrecht zu spüren. Nicht verwunderlich, denn Sesil und Marc Roulet sind auch im wirklichen Leben ein Ehepaar. Sie spielen zum ersten Mal eine Hauptrolle bei den Schattenlichtern.
In „Stolz und Vorurteil“ geht es aber nicht nur um Liebe. In erster Linie werden Sinn und Unsinn des englischen Erbrechts im 18. Jahrhundert und die damalige Rolle der Frau in den Mittelpunkt gestellt. Familie Bennet hat keine männlichen Nachkommen, sondern nur fünf Töchter. Ihr Landsitz würde demnach an den ungeliebten Cousin gehen, es sei denn, Elisabeth Bennet heiratet ihn. Ein Happyend scheint weit in der Ferne, aber es kommt anders…
„Besonders stolz sind wir, dass wir diesmal professionelle Hilfe bei der Wahl der Kostüme bekommen haben“, sagt Jörg Klein. Er spielt im Übrigen den kauzigen Cousin, Mr. Collins, und spricht überdies den Erzähler. Der Adlershofer Kostümverleih „Kostüm-Zauberei“ habe die Schattenlichter sehr unterstützt. Nun verspricht das Stück auch optisch ein Genuss zu werden – bunt, historisch und authentisch.
Wie jedes Jahr wird es insgesamt drei Aufführungen geben, am Donnerstag, Freitag und Sonnabend, 23. bis 25. Februar, jeweils um 20 Uhr im Gemeindesaal. Die Eintrittskarten kosten fünf Euro. Nähere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (030) 8 1113 33, per E-Mail unter der Adresse
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oder im Internet unter www.schattenlichter.info.
Text/Foto: Anett Kirchner

