Freitag, 18. Mai 2012

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S-Bahn aus dem Takt

Personalmangel verschärft Einschränkungen im S-Bahn-Betrieb

Eisiger Ostwind bei minus zehn Grad Celsius, gefühlte minus 20. Immerhin – es scheint die Sonne. Das wird die vielen S-Bahn-Nutzer nicht wirklich trösten. Für sie sind die kalten Tage umso schlimmer, müssen sie sich gegenwärtig auf längere Wartezeiten einstellen. In den vergangenen Wochen ist etwa die Linie 25 regelmäßig gehörig aus dem Takt geraten. Statt alle zehn fahren die Bahnen nur alle 20 Minuten. Auch auf anderen Strecken kommt es wiederholt zu Einschränkungen im S-Bahn-Betrieb. Ein Schneechaos blieb der Pannengebeutelten S-Bahn und den Fahrgästen bisher zum Glück erspart.
Akuter Personalmangel sei schuld am eingeschränkten Angebot der Berliner S-Bahn, so die Begründung der Pressestelle des Unternehmens. Statt der vorgesehenen 960 Fahrer kann die S-Bahn gegenwärtig nur auf 910 zurückgreifen. Damit fehlen 50 Triebfahrzeugführer. Wenn es dann zu mehreren Krankmeldungen kommt, ist der personelle Engpass vorprogrammiert. Die Lösung des Personalproblems werde sich voraussichtlich ab  dem Frühjahr entspannen, wenn frisch ausgebildete Triebfahrzeugführer aus den Kursen kommen. „Bis zum Ende des Jahres sollen insgesamt 100 zusätzliche Fahrer einsatzbereit sein. Wir haben viele Bewerber und unsere Kurse sind alle voll. Damit schöpfen wir unsere Ausbildungskapazitäten voll aus“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens.


Der Unmut unter den Fahrgästen wächst indessen. Die vor Jahren von einem Missmanagement runtergewirtschaftete S-Bahn scheint schwer auf die Beine zu kommen. So ist zwar nicht auf die Pünktlichkeit der Züge, aber auf regelmäßige Störungen Verlass. So wird es wohl auch immer wieder zur Ausdünnung der hiesigen S-Bahnline 25 kommen. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt ist sauer: „In Anbetracht dessen, dass der Zehn-Minuten-Takt erst vor einem halben Jahr nach langem Hin und Her auf dieser Strecke eingeführt wurde, ist dies insbesondere bei den derzeitigen Witterungsbedingungen ein unzumutbarer Zustand für die Fahrgäste.“ Wenn die S-Bahn nicht in der Lage ist, die neu eingeführte Taktverdichtung von 20 auf zehn Minuten kontinuierlich zu gewährleisten, verwundere es auch nicht, dass die erhofften Fahrgastzahlen bislang nicht erreicht werden, so Schmidt weiter.
Der Anfang vom Ende? Die Menschen in der Region befürchten, dass sich der neue Zehn-Minuten-Takt nicht bewährt und er womöglich wieder abgeschafft werden könnte. Die Bahn hingegen lässt erklären, dass sie goßes Interesse daran habe, die bestellten Leistungen zu erfüllen. Die Taktverlängerung sei nur vorübergehend.  

(J. Wierik)

S-Bahn aus dem Takt